Inklusion ist nicht verhandelbar

In der inklusiven Gesellschaft gibt es keine definierte Normalität, die jedes Mitglied dieser Gesellschaft anzustreben oder zu erfüllen hat.

Damit könnte dieser Blogeintrag eigentlich bereits enden.
Aber im Netz begegnete mir die letzten Wochen so viel Fatalismus und noch mehr Ungerechtigkeit, dass dies nicht auszureichen scheint.

Inklusion ist ein Menschenrecht für Alle.
In der UN – Behindertenrechtskonvention wurde es speziell ausformuliert, wie die Bedingungen für behinderte Menschen auszusehen haben.
Deutschland gehörte zu den ersten Unterzeichnern

Zu den Staaten, die als erste unterzeichnet haben, zählt auch Deutschland. Die Unterzeichnung fand am 30. März 2007 statt, und mit der Verkündung des Gesetzes zur Ratifikation des „Übereinkommens über die Rechte von Menschen mit Behinderungen“ konnte die Behindertenrechtskonvention am 26. März 2009 in Deutschland in Kraft treten.

In den letzten sieben Jahren hätte nun tatsächlich etwas geschehen können. In ganz kleinen Schritten passiert auch etwas. Aber von Gut sind wir noch sehr weit entfernt.
Das Bundesgleichstellungsgesetz macht keine Freude. Es ist so halbherzig, von Mut politischer Entscheider ist wenig zu verspüren. Und das Bundesteilhabegesetz wirkt wie ein Spargesetz, dass für Inklusion nicht förderlich ist. Auch die Pläne das SGB VIII im Rahmen einer „Großen Lösung“ zu reformieren verheißen nichts gutes. Aber die Zeiten, wo gerade behinderte Menschen still alles hingenommen haben sind Gott sei Dank vorbei.

Nun betrifft uns der Bereich schulische Bildung im Moment am stärksten. Einfach weil die Kinder noch im System sind. Und selbstverständlich weiß ich, dass noch sehr viel an Arbeit zu leisten ist. Und zwar von allen beteiligten Personen. Seien es die Eltern oder die Lehrer. Aber ich bin der festen Überzeugung, dass sich diese Arbeit lohnt! Alle Kinder profitieren. Denn sie lernen bereits ganz früh, dass jeder Mensch anders ist. Und dass dies so in Ordnung ist.
Es gibt bereits einige gute Seiten und Artikel zu Inklusion und Schule.
Für 2014 gibt es valide Zahlen. Zahlen, die den Bedarf darstellen. Allerdings nur den der Kinder, die eine „Überprüfung des sonderpädagogischen Förderbedarfs“ durchlaufen haben. Einige Kinder werden nur durch das System geschliffen. Diese tauchen eventuell in der Statistik der Schulabbrecher auf.

Das System der Förderschulen und der leider oft fehlende Wille zur Inklusion führt leider öfter als man denkt zu Fehleinschätzungen. Gott sei dank mehrt sich der Protest.

 Jetzt könnte ich mich ins Eck setzen und vor mich hinschimpfen, dass System zwar verurteilen aber den Weg des geringsten Widerstandes gehen.
Aber wem wäre damit geholfen?
Ändert sich durch so eine Haltung etwas?

Denn, wo führt diese fatalistische Haltung hin?
Ich müsste, um meinen Kindern eine ihren Fähigkeiten entsprechende Ausbildung bieten zu können, Druck (zur Not mit Therapien, die dazu geeignet sind, meine Kinder zu zerbrechen – dazu demnächst mehr) aufbauen, um im jetzigen System zu bestehen, oder hinnehmen, dass sie eben diese Bildung nicht erhalten.
Daraus folgt ein vorgezeichneter Weg in die Arbeitswelt.

Will ich das?
Werde ich damit meinen Kindern gerecht?

Nein.

Wir haben es in der Hand ob sich in dieser Gesellschaft etwas verändert. Ob das Klassendenken weiter Bestand hat und behinderte Menschen weiter täglich Ausgrenzung erfahren, weil Barrierefreiheit als schwierig gilt. Oder ob wir es hinbekommen, eine Normalität zu schaffen, wo für die einzelne Person geschaut wird was für Bedürfnisse vorhanden sind und wie man diese erfüllen kann.
Da ist der barrierefreie Zugang von Gebäuden ein Punkt. Ebenso die Gestaltung von Webseiten, dass diese auch für Blinde gut lesbar sind. Die frei wählbare Untertitelung aller Fernsehprogramme, damit Gehörlose hier barrierefrei teilhaben können.
Autistische Menschen brauchen oft einen geräuscharmen Arbeitsplatz mit einer nicht störenden Beleuchtung. Flexible Arbeitszeitmodelle oder Homeoffice sind ebenfalls Bausteine für Inklusion in der Arbeitswelt. Es gibt bereits Betriebe, die dies anwenden und nicht alles der Ausbeutung Wirtschaftlichkeit unterordnen.
Auch hiervon partizipieren alle Menschen.

Es gibt also nach meinem Empfinden kein Argument, dass gegen Inklusion spricht.
Deswegen werde ich mich immer PRO Inklusion engagieren.
Denn Inklusion ist nicht verhandelbar.

(verzeiht bitte die vielen Links, aber es ist ein komplexes Thema und vielfältige Informationen helfen 🙂 )

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2 Kommentare zu „Inklusion ist nicht verhandelbar“

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