Implizite Bias, explizite Bias, ohjemine

Ein Text, den viele Lehrkräfte und Schulbegleiter unbedingt lesen sollten.

Semilocon

Vor ein paar Wochen wurde auf Twitter eine interessante neue Studie geteilt, die das erste Mal beschreibt, dass neurotypische Menschen gegenüber Autisten eine negative implizite Bias haben, aber eine positive explizite Bias. Ich wurde darum gebeten, die Ergebnisse der Studie zu übersetzen, damit sie dem deutschen Raum zugänglicher werden. Dies ist das Ergebnis davon, wobei ich einerseits den DeepL-Translator benutzt habe, andererseits auch viel von meiner Seite erklärt habe, denn einfach abschreiben wäre eine Copyrightverletzung gewesen. Außerdem musste ich einiges erklären, was im Originaltext als bekannt vorausgesetzt wurde. Alle Fehler sind daher auf meine laienhafte Beschäftigung mit dem Thema zurückzuführen (denn ich studiere ja Geschichte, nicht Neurologie oder Psychologie 😃).

Der Originaltext kann hier eingesehen werden.

Das englische Wort „bias“ kann Ausrichtung, Befangenheit, Neigung, Voreingenommenheit, Vorliebe oder Unausgewogenheit bedeuten. Ich finde die deutschen Übersetzungen nicht wirklich hinlänglich, für mich sind die genannten Übersetzungen alle sehr verschieden in ihrer…

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Corona – Leben mit der Unwägbarkeit …

… für AutistInnen nicht gerade einfach.

Und Unwägbarkeiten haben wir gerade zu Hauf.

Es fängt mit der Internetleitung an, die nicht stabil läuft. Einmaliges runterladen von Dateien, oder hochladen von Ergebnissen funktioniert.
Anders sieht es bei Zoom-Veranstaltungen aus.

Wenn da ein Wackler (und der ist bei alten Überlandleitungen wörtlich zu nehmen – Wind ist sehr ungünstig) in der Leitung ist, fliegt man direkt aus der Veranstaltung raus. Und wenn der Veranstaltende nicht darauf achtet, kommt man so leicht auch nicht wieder rein.

Überhaupt, Zoom-Veranstaltungen.
Wie oft kommt meine Große rein und beschwert sich darüber wie laut und unkoordiniert diese Veranstaltungen sind.
Nettiquette und vor allem zuhören scheint für Einige echt zu viel zu sein.

Weiter geht es mit der Maskenpflicht.

Ich bin ein Befürworter von Masken. Auch wenn derzeit nicht sicher ist, wie sie exakt wirken. Allerdings ist es für meine Kinder nicht gerade einfach, diese zu (er)tragen.

Meine Kleine meinte, vieles ist Kopfsache. Auch die Sache mit der korrekten Atmung, um die Lunge nicht zu belasten.
Nur, Kopfsache heißt auch, dass der Kopf da eben mit der Maske beschäftigt ist und nicht mehr viele Ressourcen für weitere Aktionen wie z. B. Lernen frei bleiben. Weiterlesen „Corona – Leben mit der Unwägbarkeit …“

Corona, ist nun für AutistInnen alles einfacher?

Man könnte den Eindruck gewinnen, dass ja.

Aber reell betrachtet, NEIN.

Weil, jede/e AutistIn lebt ein anderes Leben.

Oh Wunder.

Ja, es gibt Dinge die nun leichter sind.
Das Händeschütteln fällt weg, manche schriftlichen Kommunikationswege beginnen sich fester zu etablieren, es herrscht in einigen Bereichen nun mehr Ruhe und der tägliche Spießroutenlauf der sozialen Kommunikation ist auf ein Minimum reduziert.

Aber es fallen auch viele Strukturen und Routinen weg.
Bei einigen gibt es Probleme bzgl. Nahrungsmitteln die nun kaum oder nur in kleinen Mengen zu bekommen sind und die Umstellung auf andere, erreichbare Nahrungsmitteln ist problematisch. Weiterlesen „Corona, ist nun für AutistInnen alles einfacher?“

Wertschätzung der Menschen aus sozialen Berufen – was nach meiner Erfahrung damit gemeint ist


bzw was die ewige Forderung danach nach meinem Empfinden ausdrückt.

Wertschätzung, das Schlagwort schlechthin, mit dem die Stimme des Gegenübers abgewertet wird.
Mit der ewigen Forderung Menschen mehr wertschätzen zu sollen wird sachliche Kritik an einer ausgeführten Arbeit direkt auf die persönliche Ebene gezogen.
Menschen in sozialen Berufen sehen Kritik an ihrer Arbeit / einzelnen Taten sofort als Kritik an ihrer Person.

Warum das so ist?
Ich kann es mir nicht erklären.

Gehen Sozialpädagogen, Lehrkräfte, Erzieher, Heilerziehungspfleger und andere eigentlich grundsätzlich davon aus, dass nur sie wissen wie man zum Beispiel ein autistisches Kind erzieht und fördert?

Denken diese wirklich, dass durch eine abgeschlossene Ausbildung / ein abgeschlossenes Studium, was oft nur in kleinen Teilen Autismus behandelt, sie genau wüssten was autistische Kinder benötigen und was ihnen hilft?

Bei mir ist so oft der Eindruck entstanden, dass man uns Eltern behinderter Kinder, vor allem autistischer Kinder, erstmal unseren Platz zeigen und uns die Welt erklären müsste.

Wir werden mit Eltern, die ihre Kinder verwahrlosen lassen und sie zT sogar misshandeln auf eine Stufe gestellt.

Gerade Jugendämter haben ein enormes Problem damit, Familien die Eingliederungshilfe (SGB VIII §35a) beantragen NICHT nach den Maßstäben von Hilfe zur Erziehung (SGB VIII §27) gleichzusetzen und danach abzuurteilen.

Autismus wird zum Erziehungsproblem deklariert.
Viele Maßnahmen zielen darauf ab, das Kind von außen zu erziehen und zu formen.
Eltern bekommen eine SPFH (Sozialpädagogische Familienhilfe) aufgedrückt um organisierter mit dem autistischen Kind umzugehen.

Auch Therapeuten wollen gerne systemisch die Eltern auf Kurs bringen.
Aber selten wirklich so, dass der Umgang mit dem Kind erleichtert wird und mehr auf die Bedürfnisse des Kindes geachtet wird, sondern mehr in die Richtung, dass mehr auf das Außen gehört werden muss.

Gerne wird Eltern auch unterstellt, dass sie Gesetze falsch lesen würden und dementsprechend falsche Erwartungen an das Hilfesystem haben.

Uns wird unterstellt, dass wir die Belastung der Helfenden weder kennen noch sehen würden.

Nur, als Gegenpol dürfen wir die familiäre Belastung nicht erwähnen.
Tun wir es unvorsichtigerweise doch, dann wird sofort wieder darüber nachgedacht was WIR falsch machen.

Von uns wird Dankbarkeit und Kooperationsbereitschaft eingefordert

Wertschätzung ist nach meinem Empfinden nur eine weitere Vokabel um uns Eltern zu gängeln.

Wertschätzung ist verbunden mit Respekt, Wohlwollen und drückt sich aus in Zugewandtheit, Interesse, Aufmerksamkeit und Freundlichkeit. „Er erfreute sich allgemein hoher Wertschätzung“ meint umgangssprachlich: Er ist geachtet/respektiert.

Da steht übrigens nichts davon, dass man die Arbeit einer wertgeschätzten Person nicht kritisieren dürfe.

Meine Eltern, die ich wirklich sehr geschätzt habe, habe ich auch kritisiert.
Klare Worte und sachliche Kritik dienen meines Erachtens dazu, Situationen von allen Seiten zu beleuchten um neue Wege FÜR DAS KIND zu finden.

Und bei uns geht es um mein Kind.
Dieses benötigt Unterstützung.
Denn es funktioniert nicht nach Schema F oder Plan a, b oder c.

Es braucht Abwandlungen.
Zielvorgaben müssen auch schon mal über Umwege erreicht werden.

Wege ergeben sich durch gute Zusammenarbeit und Hinweise sowie durch Kritik.

Ansonsten wird dem Kind ein Weg auferlegt, der aus einem riesigen Gebirge wie dem Himalaya besteht und den es ohne Sauerstoffgerät bewältigen soll.
Und wie schwierig eine Himalayabesteigung ist, dürfte jedem klar sein.

Was ein Schulbegleiter tun kann und meines Erachtens tun sollte!

Lösungen suchen und diese in Schule etablieren!

Was tun denn wir Eltern täglich, wenn wir die Hausaufgaben unserer autistischen Kinder begleiten?
Wir suchen Lösungen.

Wir sehen wo was schwierig ist und versuchen eine andere Herangehensweise beim Kind zu etablieren, damit das Kind sich um das Eigentliche – das Lernen – kümmern kann.

Beispiele aus dem Alltag: Weiterlesen „Was ein Schulbegleiter tun kann und meines Erachtens tun sollte!“