Warum tust Du Dir das eigentlich an?

Warum schaust Du Dir Berichte zum Weltautismustag an und kommentierst diese?

Warum hast Du bei Twitter eine Suche zu Autismus und artverwandten Schlagworten offen?

Warum stehst Du dafür ein, auf inhaltliche Fehler oder Wortfindungen zu reagieren und Menschen darauf aufmerksam zu machen?

Warum machst Du das regelmäßig?

Warum machst Du das „trocken“, also rein sachlich, und erklärst?

Warum lässt Du es nicht einfach stehen und gehst drüber weg, bzw. warum versuchst Du nicht, dies mit einer anderen Art von Sprache zu tun?

Tja, warum.

Seit 2008 hängen wir im System. Seitdem habe ich viel gelernt.
Vor allem den Wert von Worten und wer diese wie benutzt.
Und was es für Auswirkungen hat.
Wie wenige Hilfen es hinter schwammigen Worthülsen zu finden gibt und mit was so alles gedroht wird.

Ja, ich schon wieder, die deren Geschichte man nicht verallgemeinern darf.
Die, die mit ihren vier Kindern in den letzten 14 Jahre so viel erlebt hat, dass es für drei Leben reicht.

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Begrifflichkeiten vs. Ideen

Ich hatte gestern eine relativ lange Diskussion um einen Begriff.

Dieser Begriff ist ein Kunstwort, welches helfen soll den Blick auf das Kind zu verändern.

Die Idee, den Blick auf das eigene Kind zu verändern finde ich sehr gut.

Die Idee, darüber MIT dem Kind einen Weg zu finden statt GEGEN das Kind zu arbeiten, ist vernünftig.

Die Bedürfnisse  des Kindes erkennen zu lernen und wert zu schätzen ist wichtig.
Den Bedürfnissen des Kindes Raum zu geben ebenfalls.

Peggy hat meine gestrige Diskussion wohl zum Anlass genommen, diesen Blogpost zu schreiben.
Er greift gut die Stimmungslage auf, wo wir derzeit in der modernen Erziehung stehen. Also den Widerspruch zwischen althergebrachter Erziehung, fußend auf Haarer, und modernen Strömungen wie zum Beispiel Attachment Parenting.

JA, die Entwicklung weg von „das Kind schreien lassen, bis es vor Erschöpfung einschläft“ ist wichtig. Und da ist noch sehr viel Arbeit zu tun, wie die Diskussion um die „Elternschule“ bewiesen hat.

Der Begriff „gefühlsstark“ hilft Eltern, die verständliche Angst vor Auswüchsen in der Diagnostik haben, wie sie um den Fall Winterhoff sichtbar wurden.

Und ja, in vielleicht 50 Jahren ist die Inklusion in Deutschland so weit fortgeschritten, das frühe Diagnostik von Autismus oder ADHS nicht mehr diese Relevanz hat, wie sie sie für das heutige Schulsystem besitzt. Weiterlesen „Begrifflichkeiten vs. Ideen“

Ein Schreckgespenst geht um – Studien die Vierte

Vor einer Autismus-Spektrum-Diagnose bei ihren Kindern haben Eltern Angst.

Und warum?

Weil ihnen Angst gemacht wird.

Ihnen wird Angst gemacht mit fehlender Inklusion.
Ihnen wird Angst gemacht, dass ein behindertes Kind nur Kosten und Leid bedeuten.
Und das man das unbedingt verhindern muss.

Es wird ein Schreckensszenario aufgebaut. Weiterlesen „Ein Schreckgespenst geht um – Studien die Vierte“

Wenn die Diagnose Autismus neu ist …

 

dann ist man als Elter froh um jede Information.

Leider landet man bei der Suche auch oft auf Seiten, die sehr harmlos wirken, aber die bedenkliche Tipps für Eltern von autistischen Kindern geben.

Hier mal ein Beispiel.

Wichtig zu beachten, was man als Neuling im Bereich Autismus leider nicht wissen kann, dass alle Tipps auf Ideen von BCBAs beruhen. Also ausgebildeten Anwendern von ABA. Jene also, die autistische Kinder am liebsten über die gesamte wache Zeit „therapieren“ möchten.

Und dann wird auf der Seite auf Organisationen verwiesen, die sich in der Vergangenheit als schädlich für AutistInnen erwiesen haben. Auch werden Bücher beworben, die a) nur in englischen Ausgaben zu erhalten sind und b) wieder von BCBAs geschrieben wurden.

Ich möchte die Tipps der verlinkten Seite gerne mal der Reihe nach durchgehen, die auf der verlinkten Seite gegeben werden.

Hören Sie mit Absicht zu.

Mal ehrlich, gibt es Eltern, denen man das extra sagen muss, dass sie ihren Kindern gut zuhören müssen. Weiterlesen „Wenn die Diagnose Autismus neu ist …“

Die Gretchenfrage …

was definiert Aktivismus und warum tut man etwas?

Gerade habe ich einen alten Blogpost von Butterblumenland gelesen, an den mich immer wieder hochkochende Diskussionen erinnern.

Aber mein Aktivismus bedeutet auch, dass ich es auf meine Art mache. Jedem anderen steht es frei, meine deutlichen Worte und auch mal emotionalen Äußerungen doof zu finden. Man kann mich kritisieren dafür, was ich sage und wie ich es sage. Ich lese diese Kritik bzw. höre sie mir an. Ist sie berechtigt, werde ich meine Fehler korrigieren und mich gegebenenfalls auch entschuldigen. Ich bin zu kontroversen Diskussionen bereit. Im Gegenzug erwarte ich diese Bereitschaft auch von anderen. Man muss auch nicht am Ende einer Meinung sein. Aber ich werde mir nicht den Mund verbieten lassen oder mir vorschreiben lassen, wen ich wie zu kritisieren habe.

vor ziemlich genau 11 Jahren habe ich die Diagnose für meinen Ältesten erhalten.

Und ich suchte mir die Finger wund nach Informationen.
Das war mal gar nicht so einfach, aber ich fand sie.
Und ich fand Unterstützung.

Diese Unterstützung war in der Hauptsache sachorientiert.

Und das war verdammt wichtig.

Raus aus der rein emotionalen Betrachtung und der Verzweiflung, hin zu dem was möglich ist, handlungsfähig werden.

Sachliche Aufklärung, welch Erholung, mal keine Vorwürfe und vor allem den Fokus darauf richten was machbar ist und wo zB Behörden nicht einfach was fordern oder gar beschließen dürfen. Weiterlesen „Die Gretchenfrage …“