Für das Hilfesystem stehen wir immer parat … (ein Rant)

  • um uns neue Leute anzusehen
  • HPGs zu führen
  • Anträge zu stellen
  • Widersprüche zu schreiben
  • Telefonate zu führen
  • Kennenlern-Termine für das Kind/den Jugendlichen mit neuen Begleitern zu organisieren
  • usw. usf.

Die Bloggerin Butterblumenland schrieb Anfang der Ferien den Beitrag „Für die Schule leben wir“

seht meinen Blogbeitrag als Ergänzung.

2008 begann unsere „Reise“ in das Hilfesystem und damit auch in die Abhängigkeit davon, wann andere Menschen Zeit haben.

Andere Menschen sind

  • JugendamtsmitarbeiterInnen
  • ErzieherInnen
  • Lehrkräfte
  • SonderpädagogInnen
  • Autismusbeauftragte
  • RektorInnen
  • TagesgruppenmitarbeiterInnen
  • pädagogische LeiterInnen von Trägern der Schulbegleitung/Integrationskräfte
  • Schulbegleitungen
  • TherapeutInnen
  • ÄrztInnen
  • usw. usf.

manchmal ist man auf alle Menschen gleichzeitig angewiesen um einen großen runden Tisch zu organisieren. Schließlich ist es sinnvoll alle einmal auf denselben Stand der Dinge zu bringen.

So ein Kalenderjahr hat 365 Tage, Feiertage und Wochenenden reduzieren die möglichen Tage für solche Termine erheblich, in NRW komme ich 2019 auf Roundabout 115 Tage, die ich getrost abziehen kann. Bleiben noch 250 Tage. Jetzt muss man noch Schulferien und Klassenfahrten, Exkursionen, Fortbildungen und anderes bei den Lehrkräften abziehen, dann liegt man ungefähr bei einem Rest von 180~190 Tagen, an denen man überhaupt planen kann.
Klingt viel?
Ist es aber nicht.
Denn schließlich gehen Menschen außerhalb des Schulsystems gerne und auch zu Recht außerhalb der Saison in Urlaub. Und leider meist an unterschiedlichen Tagen bzw. in unterschiedlichen Wochen.

Nicht, dass wir uns falsch verstehen, ich gönne ihnen alle ihren Urlaub von Herzen.

Nur, sie sind dann halt nicht greifbar.

Im schlimmsten Fall erkranken dann auch noch Menschen, mit denen man sprechen müsste.
Und auch hier, ich gönne ihnen jede notwendige Rehabilitationszeit, denn Gesundheit ist ein kostbares Gut.

Ich hab da leider auch ein ABER, denn

wir müssen parat stehen, wenn die anderen Zeit haben.

Zu den ungewöhnlichsten Uhrzeiten, immer per Mail und Telefon erreichbar und überhaupt.

Denn, wenn wir mal nicht können, dann verschleppen wir ja notwendige Gespräche. Ja, das hab ich mir schon anhören dürfen.

Planungssicherheit für Familien wie meine – Fehlanzeige.

Werden Terminvorschläge meinerseits angenommen um schneller zu Potte zu kommen? Irrtum!

Mal einen Urlaub planen oder Ausflüge?
Warum das denn…

Aktuell haben wir das Problem, dass wir für das neue Schuljahr keine Schulbegleitung haben.
Dafür haben wir aber bei Schulstart eine neue Klassenstruktur und durch Wechsel in die Mittelstufe auch noch neue Lehrkräfte in fast allen Fächern.

Heißt, wir versuchen in den Sommerferien eine neue Schulbegleitung kennenzulernen UND ein HPG zu führen UND unseren Jüngsten stabil zu halten, der selbstverständlich unruhig ist.

Für ihn sind diese Sommerferien KEINE Entspannung.

Das heißt, all die Unruhe die ständig zu Overloads führt, bleibt unter der Oberfläche erhalten.

Und was Wechsel in der Betreuung bedeuten habe ich hier schon mal beschrieben.

Auch drei Jahre später hat sich daran nichts geändert und ich beobachte es bei den Großen ebenfalls, dass jeder Wechsel zu neuen Schwierigkeiten führt. Immer noch und immer wieder und das wird sie wohl ihr Leben lang begleiten.

Durch die Unruhe des Jüngsten haben wir auch wieder mit Krisen-Ping-Pong zu kämpfen.

So kann es sein, dass kleinste Aufforderungen meinerseits zu einem heftigen Streit ausarten.

Und nein, liebe besserwissende Autismus“fach“leute, dass hat NICHTS damit zu tun, dass ich meine Kinder nicht im Griff hätte oder nur mal was konsequenter sein müsse oder meine Kinder einfach nicht erziehbar wären.

Meine Kinder gehen seit Jahren am Limit.
Es wird von ihnen identisch viel gefordert wie von der PeerGroup.
NUR
dabei wird der Autismus IMMER außer Acht gelassen.

Und liebes Hilfesystem, ihr ladet einen ganzen Batzen an Last auf uns als Familie, auf alle meine Kinder und uns Eltern.
Denn keins meiner Kinder lebt in einem „luftleeren“ Raum, wo es ganz alleine mit den Konsequenzen eures Nicht- bzw. verspätet Handelns zu Recht kommen muss.
Es betrifft immer uns alle.

 

3 Kommentare zu „Für das Hilfesystem stehen wir immer parat … (ein Rant)“

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