Sie müssen mal Pause machen …

  • Passen Sie bitte auf sich auf.
  • Sie werden noch gebraucht.
  • Wann finden Sie eigentlich Ruhe?

Wie ich heute darauf komme, wo ich den Spruch schon so oft gehört habe?
Ich habe diesen nachdenklichen Text gelesen.

Erst wollte ich dort antworten

Pause?
Gar nicht, bzw wenn ich mir aktiv eine Pause verordnete werde ich schlagartig so müde, dass ich Stunden schlafen würde.

Und genau das geht gar nicht.
Denn sofort klingelt das Telefon, oder die Uhr schreibt irgend etwas vor was unabdingbar genau zu diesem Termin erledigt werden muss.

Ist das gesund?
Nein.
Aber leider sehe ich derzeit keine Chance aus dem ganzen auszubrechen.
Mit meinen vier autistischen Kindern und dem Druck der dadurch von Außen auf uns ausgeübt wird, bleibt gar nichts anderes übrig als perfekter zu funktionieren wie egal wer anders.

Funktioniere ich mal einen Tag lang nicht….

Wenig später habe ich noch eine Mail gelesen, in der erklärt wurde, dass ich meine Sorge äußern würde über etwas unseren Jüngsten betreffend.

In den Sommerferien schrieb die Bloggerin Butterblumenland „Für die Schule leben wir“.
Und mir ist auch der Kragen geplatzt „Für das Hilfesystem stehen wir immer parat…“.

Nach all den Jahren macht sich Erschöpfung breit.

Und das kennen viele Eltern, die sich schon länger im System befinden.

Keiner nimmt uns wirklich ernst.
Meist werden unsere Erfahrungswerte heruntergespielt. Nicht nur von komplett neuen Menschen die ins System geraten, NEIN auch von jenen die uns schon jahrelang kennen.

Ich kenne so gut wie jedes Argument, dass darauf abzielt, das wir Eltern

  • uns zu viel sorgen
  • zu wenig vertrauen
  • zu wenig loslassen
  • zu viel behüten

Ja, wir Eltern können auch betriebsblind werden, keine Frage.
Aber bitte, unterstellt es uns das doch NICHT von vornherein!
Gerade dann NICHT, wenn ihr uns noch nicht kennt oder Euch NICHT mit unserem Fall wirklich beschäftigt (habt).

Ich unterstelle ja auch nicht, dass ihr kein wirkliches Interesse habt.
Auch wenn ich, wenn ich böse wäre, es an den ersten Sätzen bereits ausmachen kann.

Jahrelange eigene Erfahrung und auch Erfahrung aus der Selbsthilfe lässt bei einigen, besonders wohlmeinenden Sätzen bei mir sämtliche Alarmglocken schrillen.

Ich weiß nicht, in welchem Seminar man diese Sätze lehrt/lernt, aber sie widern mich an.

Ihr müsst uns Eltern weder erziehen noch maßregeln.
Ihr müsst uns Eltern auch nicht verzärteln um uns dann zu hintergehen.

Zurück zum Pause machen.

Wirklich Pause machen geht nicht.
Denn immer kreisen die Gedanken.
An schlimmen Tagen schrecke ich nachts hoch, weil ich glaube dass das Telefon geschellt hat und mir die Schulbegleitung mir mitteilt dass sie nicht mehr kommt. Oder das Jugendamt mir rät, mein Kind besser unterzubringen.

DAS passiert übrigens gerne, wenn man die eigene Müdigkeit und Erschöpfung durch die schlechte Betreuung erwähnt.
DANN wird nämlich fabuliert, man würde dem eigenen Kind nicht mehr gerecht werden.

Hatten wir alles schon.
Brauchen wir NIE WIEDER!

Und das alles nur, weil das Hilfesystem uns nicht ernst nimmt und immer wieder Stolperfallen einbaut oder uns gar Knüppel zwischen die Beine wirft.

Es ist fast ein Jahr her und ich werde das niemals vergessen (können).
Es war das schlimmste, was uns bisher passiert ist.
Aus dem Hilfesystem heraus.

Pause machen – zur Ruhe kommen

Bwahahahaha

3 Kommentare zu „Sie müssen mal Pause machen …“

  1. Liebe Anita,
    Ich kann nicht mal entfernt nachempfinden, mit welcher Belastung du es zu tun hast.
    Aber ich möchte deinen Text nicht unkommentiert stehen lassen. Ich sehe deine Erschöpfung und deine Wut auf das System, das dir helfen soll aber manchmal mehr Kraft kostet als es hilft. Ich wünscche Dir, dass Du bald gehört wirst!

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