Autisten und Kleidung ……….

…….. ein Thema, dass immer wieder zu Verwunderung und „Fragen“ anregt.

Viele Autisten sind sensorisch sehr empfindsam. Dementsprechend ist es für sie sehr wichtig, dass ihre Kleidung für sie erträglich ist. Das fängt bei den kratzenden Schildern an und hört bei der Beschaffenheit des Stoffes noch lange nicht auf.

So ist es nicht ungewöhnlich, dass Hosen bzw. Shirts, Pullover oder Schuhe oft in mehrfacher Ausfertigung gekauft werden. Für manche Autisten ist auch die Farbe der Kleidung ein ganz entscheidender Faktor. In manchen Kleiderschränken finden sich also schon mal 10 Jeans von der selben Farbe und Marke, ähnlich sieht es bei anderen Kleidungsstücken aus.

Nicht ungewöhnlich meinen Sie? Könnte man meinen……

Tja – soweit die Theorie der Akzeptanz. Die Realität zeigt aber, dass es immer viele „wohlwollende“ Mitmenschen gibt, die ihre Meinung kundtun müssen, dass der Autist sich durch seinen Kleidungsstil ausgrenzt.

  • „Kaufen sie ihrem Kind doch einfach mal andere Kleidung.“
  • „Man sieht ja nicht, dass die Kleidung regelmäßig gewechselt wird.“
  • „Sie grenzen ihr Kind aus, wenn sie ihm hier nicht helfen.“

Dies bereitet spätestens ab der Pubertät Probleme, wenn die „wohlwollenden“ Menschen Mitschüler sind. Allerdings begegnet dies Eltern von autistischen Kindern bereits im Kindergarten.

Warum sich Menschen bemüßigt fühlen sich hierzu zu äußern, erschließt sich mir nicht.

Für viele Autisten ist es nicht wichtig, ob sie die Marke XYZ tragen, sondern ob die Kleidung nicht scheuert, ihre Privatsphäre wahrt und sie sich in der Kleidung „zu Hause“ fühlen. Kleidung ist für sie kein Schmuck, sondern erfüllt eine Funktion.

Wenn ich als Mutter die besonderen Anforderungen an die Kleidung meiner Kinder akzeptiere, scheint es für Außenstehende so zu wirken, als ob es mir egal wäre, was meine Kinder tragen. Das ist es nicht. Mir ist es allerdings viel wichtiger, dass meine Kinder sich wohlfühlen. Dass sie durch die Kleidung nicht so „irritiert“ werden, dass jegliche andere Anforderung nicht mehr erfüllt werden kann.

Wir Eltern autistischer Kinder achten selbstverständlich darauf, dass die Kleidung intakt und sauber ist. Und wenn die „wohlwollenden“ Mitmenschen genau schauen würden, würden sie es auch wahrnehmen.