Nichts ohne uns über uns!

Weiter kämpfen und gegen die Vorurteile argumentieren. Stichwort „steter Tropfen höhlt den Stein“.

Ich möchte dabei unterstützen.

Ich habe schon versucht es anderen Eltern zu erklären
https://autismuskeepcalmandcaryon.wordpress.com/2016/10/16/zu-was-berechtigt-mich-der-autismus-meiner-kinder/
und
https://autismuskeepcalmandcaryon.wordpress.com/2016/10/01/behinderung-des-kindes-wer-ist-betroffen/
und für mich am wichtigsten
https://autismuskeepcalmandcaryon.wordpress.com/2017/04/01/aus-autistischen-kindern-werden-autistische-erwachsene/

Ja, ich verlinke hier nochmal auf meine Artikel in denen ich Eltern direkt anspreche denn ich möchte dass Eltern begreifen das ihre Kinder Ihnen nur das Recht geben Ihnen einen guten Start zu ermöglichen aber dass Sie sich niemals vor sie stellen dürfen. Und das sie Fachleuten entgegentreten müssen, wenn diese den AutistInnen verwehren für sich selber einzutreten oder gar über Ihren Autismus aufzuklären.

Die wahren Experten für Autismus sind nunmal AutistInnen und niemand sonst.

Elodiylacurious

Und es geht weiter …

Natürlich handelt es sich hier um die Bloggerin von Autismus – Keep calm and carry on. Und wir sind auf Twitter häufiger in denselben Diskussionen beteiligt. Doch sie hat in diesem Strang [ausdrückliche Leseempfehlung!] ein Problem angesprochen, was speziell in den letzten Tagen gehäuft auftrat; Mit ihr sprach man. Mit uns Autisten nicht oder auf eine vollkommen andere Art und Weise. Auch wurden Reaktionen vollkommen verschieden bewertet, obwohl sie ähnlich ausfielen. Teilweise war ich es auch selbst, die einfach mal ignoriert wurde, oder der emotionales Verhalten unterstellt wurde.

Ein Beispiel [aus einer Diskussion in der es darum ging, dass Autisten _nicht_ zwingend einen höheren Hilfsbedarf haben als Asperger-Autisten und ebenfalls nicht zu 99.9% geistig behindert sind.]

[Ich]

Ursprünglichen Post anzeigen 383 weitere Wörter

Liebe Eltern……

es ist anstrengend, Kinder zu haben. Es ist weit anstrengender, ein behindertes Kind zu haben. Als Eltern (egal in welcher Konstellation!) möchte man es gut machen.

Gestern habe ich davon geschrieben, wie wichtig es ist erwachsene Menschen mit Behinderung zu unterstützen. Und die Bloggerin Butterblumenland tat es auch.

Nun habe ich das Gefühl, dass es Eltern gibt, die diese Blogbeiträge auf sich beziehen und sich angegriffen fühlen. Und ich frage mich, warum?

Ich als Mutter bin nicht fehlerlos. Ich lerne jeden einzelnen Tag dazu. Verweigere ich mich dem Lernen, bleibe ich stehen. Zum Lernen gehört zwingend dazu (in der Eltern/Kind-Beziehung) dass ich meine Kinder los lasse. Ihnen neue Freiräume ermögliche. Das heißt auf der anderen Seite, dass ich mich zurückziehen muss.

Und das geht allen Eltern so. Das ist der natürliche Weg.

Jetzt wird vielen Eltern mit behinderten Kindern unterstellt (auch mir) das wir Helikoptereltern wären (schrappschrappschrapp).

Und jedesmal, wenn ich einen entsprechenden Artikel lese, werde ich wütend. Weil es immer nur ein kurzer Blick auf unsere Situation ist, der andere dazu verleitet, diese Schlussfolgerung zu treffen. Denn von außen sieht es so aus, als ob wir nicht loslassen könnten. Warum und wieso wird nicht betrachtet.

Ist es diese Wut, die in vielen von uns schwelt, die hier zum Ausdruck kommt, wenn ich sage, dass ich der Selbstvertretung erwachsener Menschen mit Behinderung den Vorrang gebe vor meinem Engagement, meinen Kindern den Weg zu erleichtern?

Ja, wir Eltern haben einen anstrengenden Alltag. Wir sind konfrontiert mit Unverständnis. Damit Anträge zu schreiben, die oft abgelehnt werden. Mit Behördendeutsch und Regularien, die nur ganz selten auf unsere Situation passen. Wir kämpfen jeden einzelnen Tag, den Alltag erträglich zu gestalten. Und wir stoßen an Grenzen. Ich bin es oft so satt und müde und erschöpft.

Aber was ich trotzdem nie verloren habe ist der Glaube, dass es meine Kinder schaffen werden. Dass sie sich ihren Platz in der Welt erobern werden.

Dabei DARF ich sie unterstützen.

Nicht mehr und nicht weniger.

Und trotzdem sind meine Kinder und auch ich eigenständige Menschen mit eigenständigen Entscheidungen. Im allerbesten Fall arbeiten wir zusammen und unterstützen und vertrauen uns.

Meine Wut auf die Gesellschaft, die uns nur unter der Lupe betrachtet und als Kostenfaktor sieht darf, darf mich aber nicht dazu verleiten, jeden, der mal einen kritischen Text schreibt, anzugreifen. Er sollte mich dazu bewegen, nachzudenken.

Behinderung des Kindes, wer ist betroffen?

Nach mehreren Tagen, an denen es auf Twitter hitzige Diskussionen zum Thema Betroffenheit gab, nun mal ein paar Gedanken von meiner Seite.

Ich bin Mutter behinderter Kinder. Und als solche kämpfe ich mit vielen Schwierigkeiten, gerade in dem Bereich, wo es um meine minderjährigen Kinder geht. Denn aufgrund dessen, dass ich erziehungsberechtigt bin, nehme ich hier die Interessen meiner Kinder war.

Die Interessen meiner Kinder! Denn es geht um ihr Leben.

Für meine erwachsenen Kinder gilt:

  • Sie geben den Takt vor
  • Sie sagen was sie wollen
  • Sie bitten um Unterstützung
  • Sie entscheiden, was für sie am besten ist

Jedem nichtbehinderten Menschen steht es vollkommen frei, für sich selber Entscheidungen zu treffen und Fehler zu machen. Warum sollte dies nicht für behinderte Menschen gelten?

Warum immer die defizitäre Sichtweise, dass es jeder besser weiß, was gut ist für behinderte Menschen, als diese selber?

Warum wird Behinderung quasi direkt gleichgesetzt mit Unmündigkeit?

Unterstellt man dies im Umkehrschluss auch allen alten Menschen, die pflegebedürftig werden und im Alten- und Pflegeheim sind? Das sie unmündig sind, nicht mehr geschäftsfähig, einfach so? Nein? Oder doch?

Mal weiter gedacht, ein heute vollkommen fitter Mensch wie zum Beispiel Samuel Koch wird durch einen Unfall zum behinderten Menschen. Dürfen nun nur noch andere Menschen entscheiden, wie er zu leben hat und welcher Arbeit er nachgehen darf?

Würde sich da irgendwer erdreisten, dies zu tun?

Warum denken dann so viele Eltern behinderter Kinder, dass sie es dürfen? Warum unterstützen sie nicht behinderte Menschen, die sich in der Selbstvertretung engagieren, sondern greifen diese noch an? Was für ein Selbstbild haben diese Eltern. Definieren sie sich nur über die Behinderung ihrer Kinder?

Ich versteh das nicht.

Der Mensch, der die Behinderung hat, ist betroffen – niemand sonst.
Ein behinderter Mensch benötigt oft Unterstützung. Aber der Unterstützer wird damit nicht zum betroffenen Menschen!

Die Bedürfnisse, aus dem Leben mit Behinderung resultierend, kann nur der behinderte Mensch definieren. Und die Unterstützer sind gut beraten, da sehr genau hinzuhören.

Unterstützung, so viel wie notwendig und vor allem erwünscht, aber nie bevormundend.