Auch „unsere“ Kinder werden groß und

lernen, sich selber zu helfen.

Ich bin heute mit zweien meiner Kinder zu einem wunderschönen Treffen gefahren.
Also eine ungewohnte Situation und ein nicht langfristig angemeldeter Termin.
Die beiden Jüngsten waren etwas angespannt, andererseits aber auch ruhig, weil sie nicht erwarteten, dass es sie direkt betreffen würde. Außerdem waren sie angelockt dadurch, dass sie sich große Skulpturen gefertigt aus Ballons, ansehen konnten.
Das Wetter kam uns zu pass. Es war regnerisch, weshalb insgesamt weniger Menschen unterwegs waren.

Die Figuren begeisterten meine beiden Jüngsten sehr. Das Treffen selber war für meine „Kleine“ nach und nach immer mehr von Interesse und unser Jüngster erfreute sich daran, durch einen nachgestellten kleinen Wasserlauf zu laufen. Er hätte damit stundenlang weitermachen können.

Nach Beendigung des Treffens hatten wir noch eine Wartezeit zu überbrücken, die nach einigem Hin und Her vor einem Tisch endete, wo Kindern gezeigt wurde, wie man Ballonfiguren herstellt.

Unser Jüngster war fasziniert. Er fragte mich, ob wir noch Zeit hätten, dass er mitmachen könne und ob er danach fragen könnte.

Da nicht abzusehen war, ob es noch 5 min. oder länger dauern würde, sagte ich ihm, dass er fragen dürfte. Im Zweifel hätte ich mir was für die Große (auf die wir warteten) einfallen lassen müssen, wenn es klappte.
Er fragte höflich und durfte. Etwas verhalten besah er sich den Tisch und war ob der Möglichkeiten etwas „erschlagen“ aber gab nicht auf.

Er fragte nochmal nach, bekam genauere Informationen und begann zu werkeln. Meine „Kleine“ wollte auch unbedingt, fragte für ihre Verhältnisse forsch nach, und schwupps war auch sie dabei, Ballons eine Form zu geben. Die Ergebnisse finde ich prima.

Als die Große kam, war sie im ersten Moment erstaunt. Müde vom Tag und hungrig ließen wir die Kleinen am Tisch und suchten eine Bäckerei.
Versorgt mit Teilchen zurück zum Tisch mit den Ballons. Die beiden Jüngeren wurschtelten weiter und die Große bekam zum Schluss eine Ballonblume vom Kleinsten, weil sie so lieb und geduldig gewartet hatte.

Ich bin so unglaublich stolz auf meine Kinder.
Sie haben aufeinander Rücksicht genommen
haben höflich gefragt
haben gewartet
haben einen ungewohnten und unangekündigten Termin angenommen und ausgehalten
haben sich mit einem neuen Material auseinandergesetzt
der Zwerg hat das Knallen zerplatzender Ballons ignorieren können
und noch so viel mehr.

Der Tag war schön und anstrengend.

Ich habe gesehen, an welchen kleinen Ecken sie gewachsen sind.

Sie haben sich heute einen Teil ihrer Anforderungen selber gesucht. Und es hat ihnen Spaß gemacht.

Wie die Verarbeitung des heutigen Tages sich in den nächsten Tagen darstellen wird, wir werden sehen.
Aber heute haben meine Kinder einen großen Schritt getan, egal wie klein er von außen betrachtet auch sein mag.

Ich habe Vertrauen in meine Kinder, dass sie sich (egal ! in welch kleinen Schritten) sich Schritt für Schritt ihre Selbstständigkeit erarbeiten. Sie dabei zu begleiten ist mir eine Freude.
Und ob sie nun schon mit vier Jahren dazu in der Lage gewesen wären oder erst mit 10, 15 oder 20 Jahren ist mir herzlich egal.
Meine Kinder geben das Tempo vor.
Wenn sie sich rückversichern wollen und/oder Rückhalt für solche Momente benötigen, dann ist das so.

Vertrauen
Geduld
Zeit
manchmal/oft (je nach Tagesform) die Übersetzung/Erklärung von Verhalten oder unklarer Kommunikation anderer.

Dinge, die man Kindern bis sechs Jahren selbstverständlich zukommen lässt. Ist es wirklich ein Problem, wenn man seinen älteren Kindern eben diese Dinge immer noch gewährt?
Meine Kinder entwickeln sich nicht nach Schema F.
Aber sie schreiten in ihrer Entwicklung voran.
Der „Aufwand“, den es von außen betrachtet benötigt, erscheint mir gerechtfertigt.

Und ja, es wird Zeiten geben, wo sie dies nicht so gut oder gar nicht können, was sie heute gezeigt haben.
Die Gegebenheiten des heutigen Tages sind nicht 1:1 reproduzierbar.
Und trotzdem haben sie heute für sie wichtige Erfahrungen gemacht, auf die sie zurückgreifen können.

Ich erwarte schlicht nicht, dass es morgen wieder so gut läuft. Aber ich weiß, dass sie es können.

Das reicht mir.

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